Italienische Sprachschule, Italienische Sprachkurse
Italienisch lernen mit Dante Alighieri, SienaDANTE ALIGHIERI
"Non siate come penna ad ogne vento, e non crediate ch'ogne acqua vi lavi"Die Geschichte
Die charakteristischen Symbole von Siena sind die „Balzana“ (ein schwarz-weißes Schild) und die Zwillinge säugende Wölfin, das selbe Wahrzeichen wie in Rom. Tatsächlich wurde die Stadt der Legende nach von den Söhnen von Remus, Senius und Aschius, gegründet, die bei ihrem Aufbruch aus Rom die Statue der Wölfin, gestohlen aus dem Apollotempel, mit sich nahmen und in den toskanischen Hügeln aufstellten; Senius ritt auf einem weißen Pferd und Aschius auf einem schwarzen, was die Wahl der symbolischen Stadtfarben erklärt. Die Gegend um Siena war vermutlich bereits zur Zeit der Etrusker (7.-5. Jahrhundert v.Chr.) besiedelt, aber erst die Römer gründeten die Stadt als eine Militärkolonie (Saena Julia) in der Zeit des Herrschers Ottavian Augustus (27 v.Chr.-14 n.Chr.). Siena erlebte in der Zeit der römischen Herrschaft keine sonderliche wirtschaftliche Entwicklung, da sie zu weit von den wichtigen Verbindungswegen entfernt war: die Via Aurelia Richtung Westen, die der Thyrrhenischen Küste folgt und die Via Cassia Richtung Osten, die das Val di Chiana und das Val d’Arno durchquert. Später, ungefähr im 4. Jahrhundert, wurde das Bistum Siena gegründet, nachdem sich das (der Legende nach) durch St. Ansano eingeführte Christentum verbreitet hatte.
Der Einfall der Langobarden in Italien im Jahre 568 n.Chr, brachte der Stadt unerwarteten Wohlstand: unter der Langobardenherrschaft erweiterte Siena seine Grenzen auf Kosten von Arezzo und eroberte Rapolano, Sinalunga und Asciano, die heute zur Provinz Siena gehören. Außerdem fand sich die Stadt aufgrund des kontinuierlichen Verfalls der Gebiete entlang der Aurelia und der Cassia bald an einer neuen und wichtigen Verbindungslinie: der Via Francigena. Im 8. Jahrhundert besiegte Karl der Große die Langobarden und Siena kam unter französische Herrschaft: der Siener Adel entstand aus der Verbindung adeliger Langobarden- und Franzosenfamilien. Nach einigen Jahrhunderten des wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Stillstands erblühte die Stadt zu Beginn des 11. Jahrhunderts durch die Schaffung des Stadtrats wieder in neuer Form.
Siena erweiterte seine Grenzen in die benachbarten ländlichen Gebiete; die erste Auseinandersetzung mit Florenz begann, die schließlich in die berühmte Schlacht von Monteaperti im Jahr 1260 mündete. Im 13. Jahrhundert wurde Siena zu einem wirklich urbanen Zentrum und erlebte einen Aufschwung im Bereich der Wirtschaft, Politik und Kunst: die ersten Banken und das bedeutende Krankenhaus St. Maria della Scala wurden in dieser Zeit geschaffen. Leider wehrte der Frieden mit Florenz nur kurz und Siena war gezwungen die politische Übermacht von Florenz anzuerkennen; dennoch erlebte die Stadt zwischen 1287 und 1355, in der Periode der sogenannten Herrschaft der Neun (es gab neun Gouverneure in der Republik Siena) eine relativ ruhige und friedliche Zeit: das Gesetz wurde gewahrt, die Grenzen wurden Richtung Süden bis zur Küste von Maremmana, dem Amiataberg und Talamone („Hafen“ von Siena) erweitert und, am wesentlichsten, die Seiner Schule, in der große Künstler wie Duccio di Boninsegna (ca. 1255-1319), Simone Martini (1284-1348) und Ambrogio Lorenzetti (ca. 1319-1348) tätig waren, entstand und wurde weiter entwickelt. Das 14. Jahrhundert war einerseits durch den fortschreitenden wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Abstieg aufgrund der Pest, die ganz Europa im Jahre 1348 traf, geprägt, andererseits war es durch die Wiedergeburt des Mystizismus und eine erneuerte Religiosität, die wesentlich durch die Heilige Katarina (1347-1380) und den Heiligen Bernhard (1380-1444) ausgelöst worden war, gekennzeichnet.
In der Renaissance fand Siena wieder zu seiner Pracht, vor allem im Kulturleben, zurück: die Siener Schule integrierte den neuen Florentiner Stil in ihre Gemälde und Skulpturen; im architektonischen Bereich ließ der Siener Papst Pius II (Enea Silvio Piccolomini) großartige neue Werke ausführen. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts begann ein langsamer aber erbarmungsloser Niedergang der Republik Siena: mittlerweile in einer politischen Rückentwicklung befindlich, unterdrückt von den anderen großen europäischen Mächten (die Staaten Frankreich und Habsburg) und ständig im Konflikt mit Florenz, fiel die Stadt im Jahr 1559 ein für alle mal in die Hände des spanischen Monarchen Philipp II., der sie im Gegenzug an Cosimo I., einen Florentiner Adeligen aus der Familie der Medici weitergab. Auf diese Weise wurde Siena Teil des Großherzogtums Toskana und verlor seine politische Unabhängigkeit, konnte aber die Verwaltungsautonomie bewahren. Mit der Weiterentwicklung der Universität (gegründet im 13. Jahrhundert) und der Akademien (die der Physiokritiker, die noch heute bestehen) lebte ein intensives Kulturleben in der Stadt wieder auf, sogar die Wirtschaft machte Fortschritte. Im gleichen Zeitraum (16. bis 17. Jahrhundert) wurde die Tradition des Palio gefestigt: die „Contradas“ erreichten allmählich zunehmende Bedeutung zumal die Siener Bevölkerung hier ihre Lebhaftigkeit und Streitsüchtigkeit, die sich auch heute noch im Palio zeigen, ausleben durfte. Die wenigen Elemente der historischen Republik Siena, die in den Bereichen Verwaltung und Rechtssystem noch erhalten waren, verschwanden im Laufe des 18. und 19.
Jahrhunderts; danach erlebte die Stadt zunächst das Ende des Toskanischen Großherzogtums und danach den neuen italienischen Staat.

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